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Prototyp LKW 7t gl (s)

Das Bild zeigt den LKW in einer Halle parkend.

Prototyp Lkw 7t gl (s) (Quelle: BWB / WTS)Größere Abbildung anzeigen

Ab 1962 begannen die Planungen für die Ablösung der ersten Fahrzeuggeneration. Den Schwerpunkt bildeten die mittleren und schweren geländegängigen Lkw und die gepanzerten Radfahrzeuge als militärische Sonderentwicklungen. Sie sollten eine Radfahrzeugfamilie bilden.

Die neuen Fahrzeuge sollten möglichst viele handelsübliche Baugruppen verwenden und bei einfacherer Wartung und Bedienung wesentlich leistungsfähiger sein. Bei einer Ausstattung mit 90% geländegängigen und 10% nicht geländegängigen Fahrzeugen, die nur noch fünf statt zwölf Nutzlastklassen umfassen sollte, waren zudem die Ausrüstung mit vielstofffähigen Motoren und die Schwimmfähigkeit eines Teiles der geländegängigen Fahrzeuge vorgesehen.

Nach der Erstellung der Lastenhefte bildeten auf Anregung und mit finanzieller Unterstützung des Verteidigungsministeriums fünf Lastwagenhersteller ein Gemeinschaftsbüro, in welchem jede Firma einen bestimmten Aufgabenbereich wahrzunehmen hatte:

  • MAN: Rahmen und Fahrwerk
  • Magirus-Deutz: Motor, Kraftübertragung, Fahrerhaus
  • Rheinstahl-Henschel: Ladepritsche für Landfahrzeuge
  • Krupp: Schwimmpritsche und Schwimmantrieb
  • Büssing: Gepanzerte Räderfahrzeuge

Die Firma Daimler-Benz gehörte dem Gemeinschaftsbüro zunächst nicht an und entwickelte auf eigene Kosten und ohne Auftrag nach den entsprechenden Merkmalen eine eigene Fahrzeugfamilie.

Die ersten Mustertypen des Gemeinschaftsbüros und der Firma Daimler-Benz erschienen im Frühjahr 1968, gefolgt von zwei weiteren Prototypenreihen 1970 und 1971. Nach der Auswertung fiel die Versionsentscheidung, dass die Firma Daimler-Benz im Rahmen des Gesamtprogrammes die Weiterentwicklung der gepanzerten Radfahrzeuge betreiben und innerhalb des Gemeinschaftsbüros zur Optimierung der Verwendung handelsüblicher Bauteile aller beteiligten Hersteller beitragen sollte. Letzteres betraf im besonderen die gemeinsam von Daimler-Benz und MAN entwickelte Starrachse für alle Fahrzeuge.

Das Gemeinschaftsbüro sollte die Entwicklung der ungepanzerten Transportfahrzeuge mit luftgekühltem Vielstoffmotor fortsetzen.

Aufgrund der Überarbeitung der militärischen Forderungen wegen der zu erwartenden hohen Beschaffungskosten bei begrenzten Haushaltsmitteln verzichtete man 1972 auf die Vielstofffähigkeit der Motoren, die ABC-Dichtheit und die Schwimmfähigkeit.

Der ursprünglich auf 4t Nutzlast ausgelegte kleinste Typ konnte nach Verlängerung des Radstandes und Vergrößerung der Pritsche 1975 in der 5t-Nutzlastklasse eingestuft werden. Die als Kategorie I bezeichnete Klasse beinhaltete damit die Lkw mit 5, 7 und 10t Nutzlast.

Die Haushaltslage erzwang eine Reduzierung der ursprünglich geplanten Stückzahl auf einen Anteil von nur noch 20% dieser speziell entwickelten Fahrzeuge am Gesamtbedarf.

Die Lieferung der Fahrzeuge erfolgte von 1976 – 1983 durch die MAN aus den ehemaligen Büssing - Werken in Salzgitter. Konstruktive Schwachpunkte wurden während der Auslieferung durch verschiedene Modifikationen beseitigt. Später entstand die sog. erweiterte Folgegeneration IA1, die unter anderem auch einen Lkw 15t mil gl (8x8) umfasst.

Die hervorstechendsten Merkmale dieser Fahrzeuge sind

  • verwindungssteifer Rahmen und Pritsche
  • an besonderen Lenkern geführte, schraubengefederte Starrachsen für höchste Geländegängigkeit und Mobilität im Gelände
  • Wandlerschaltgetriebe für vereinfachte, das Fahrzeug schonende Bedienung und gute Fahreigenschaften im Gelände – luftgekühlter Motor im hinteren Teil der Kabine, dadurch
  • niedriger Aufzug bei großer Bodenfreiheit.

Die Ablösung der Fahrzeuge der Folgegeneration konnte aus Haushaltsmitteln nicht planmäßig Anfang der 90er Jahre erfolgen, so dass die Fahrzeuge der Folgegeneration länger als geplant in der Nutzung bleiben. Für den Einsatz in Bosnien erhielten die dort eingesetzten Fahrzeuge einen Schutz gegen Beschuss aus Scharfschützengewehren, der aus außen am Fahrerhaus angebrachten modularen Schutzelementen und aus einer Scheibenverglasung aus Panzerglas besteht.

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Stand vom: 27.11.14


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