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ATF Experimentalfahrzeug

Das Bild zeigt das Experimentalfahrzeug vor einem Gebäude parkend.

ATF Experimentalfahrzeug (Quelle: BWB / WTS)Größere Abbildung anzeigen

Die Firma Krauss-Maffei entwickelte Mitte der 90er Jahre ein Fahrzeug, welches dazu beitragen sollte, die Bundeswehr ihren neuen Aufgaben entsprechend auszurüsten sowie die ausstattungstechnische Lücke bei Auslandseinsätzen zwischen den vollgepanzerten Radfahrzeugen und den leichten ungepanzerten Lkw, die zudem über keinen modernen Minenschutz verfügen, zu schließen.

Es entstand das Experimentalfahrzeug eines gepanzerten, minengeschützen, luftverlastbaren und leicht bewaff-neten geländegängigen Radfahrzeuges, welches zunächst als Allzweckträgerfahrzeug, später als Allschutz-Transport-Fahrzeug (ATF) bezeichnet wurde.

Das Fahrzeug basiert auf einem handelsüblichen UNIMOG-Fahrgestell, welches sich durch günstige Beschaffungs- und Betriebskosten auszeichnet. Das bei diesem Experimentalfahrzeug verwendete "U100 L"-Fahrgestell erwies sich jedoch als zu schwach, so dass während der Entwicklung der größere Typ U 1550 L zum Einsatz kam, welches auch eine Vergrößerung der Abmessungen des Fahrzeuges zur Folge hatte.

Das verwendete Fahrgestell der Firma Daimler Chrysler verfügt über ein sehr hohes Maß an Geländegängigkeit; zudem ist es durch die Handelsüblichkeit und hohe Produktionsraten kosteneffektiv in Beschaffung und in Nutzung. Eine effektive weltweite Versorgbarkeit der Fahrgestellkomponenten ist durch das weltweit verzweigte Händler-/Werkstattnetz dieser Firma sichergestellt.

Mit dem aus dieser Entwicklung entstandenen relativ leichten, minengeschützten, geländegängigen und lufttransportfähigen Allschutz-Transport-Fahrzeug, dem der Name "DINGO" gegeben wurde, konnte in einer Zusammenarbeit zwischen dem BWB und der Firma Krauss-Maffei Wegmann ein überzeugender Neuansatz für ein modernes gepanzertes geländegängiges Transportfahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 8.860 kg erreicht werden. Der DINGO ist für den Transport von fünf Soldaten ausgelegt. Das Maschinengewehr Kaliber 7,62 mm ist unter Panzerschutz bedienbar. Das Fahrzeug verfügt über Klimaanlage, Standheizung, Reifendruckregelanlage, ABS, Rückblickkamera, GPS-Navigationseinrichtung und Funk- und Außenbordsprechanlage.

Aufgrund neuer, revidierter Kooperationsverfahren zwischen Bundeswehr und Industrie war es möglich, mit der Auslieferung der Fahrzeuge nur neun Monate nach Vertragsunterzeichnung zu beginnen. Die Auslieferung der 147 Fahrzeuge erstreckte sich von 2000 bis 2002.

Vor dem Hintergrund andauernder terroristischer Aktionen, irregulärer Kräfte, Heckenschützen und Minenfallen im Einsatzgebiet, ist der DINGO aufgrund seines ausgewogenen Schutzes besonders geeignet, den deutschen Soldaten im Auslandseinsatz ein hohes Maß an Schutz und damit Durchsetzungsvermögen zu bieten. Zudem verleiht das UNIMOG-Fahrgestell dem DINGO ein hohes Maß an Mobilität und Wendigkeit bei schwierigen Straßen- und Geländeverhältnissen. Aufgrund seiner relativ geringen Abmessungen können insbesondere auch enge und kurvenreiche Straßen in bebautem Gebiet gut befahren werden. Zudem ist der DINGO in einer C-160 Transall luftverladbar und damit schnell in das jeweilige Einsatzgebiet transportierbar.

Das ATF DINGO basiert auf Ergebnissen und Erkenntnissen, die im Rahmen von verschiedenen anwendungsorientierten Forschungs- und Technologievorhaben des Bundes sowie mit Eigenmitteln der Firma Krauss-Maffei – heute Krauss-Maffei Wegmann – seit Mitte der 90er Jahre gewonnen werden konnten. Das Vorhaben ist ein besonderes Beispiel für den gelungenen Verbund von kosteneffektiver handelsüblicher Fahrzeugtechnologie und modernster militärischer Schutztechnologie.

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Stand vom: 27.11.14


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