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Kernkompetenzen

Direkter Schutz von Feldlagern und Infrastruktur vor Waffenwirkung und IED

Explosion auf der Reiteralpe.

Ansprengung eines Schutzwallsystems mit Geotextil-Zellen (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Die Aufgabe und gleichzeitig das Ziel der WTD 52 ist der direkte bzw. passive Schutz von Infrastruktur und den darin befindlichen Personen vor Waffenwirkung durch bauliche Maßnahmen. Bei der zu schützenden Infrastruktur handelt es sich hauptsächlich um militärische Infrastruktur im Einsatz, wie z. B. Feldlager, Stützpunkte und Checkpoints.

Unter dem Begriff „Waffenwirkung“ sind sowohl symmetrische, als auch asymmetrische Bedrohungen zusammengefasst. Die Definitionen der Bedrohungen betreffen sowohl militärische Waffen wie Kleinkaliberwaffen, schulterverschossene Waffen, Raketen, Artillerie und Mörser als auch Fahrzeugbomben und IED.

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Schutz gegen terroristische Anschläge

Collage aus zwei Fotos: Links der Versuchsaufbau - Ein Pkw zwischen zwei Mauern und rechts die Sprengung.

Versuchsdurchführung im Rahmen der VBIED-Kampagne auf dem Hochgebirgssprengplatz Reiteralpe (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Die WTD 52 ist ein Vorreiter im Rahmen nationaler Anstrengungen mit dem Ziel des verbesserten Schutzes von Infrastruktur gegen terroristische Anschläge. Dazu gehören Untersuchungen zur Widerstandsfähigkeit von Strukturen, das Bewerten von baulichen Maßnahmen und die Entwicklung neuer Konzepte zur Planung und Verstärkung von Infrastruktur. Die Expertise der WTD 52 wird deshalb auch ressortübergreifend für den baulichen Schutz von sensibler ziviler Infrastruktur, wie Botschaften, Bankgebäude, Verkehrsknotenpunkte usw. in Anspruch genommen.

Eine terroristische Bedrohung geht z. B. von sogenannten VBIED (Vehicle Born Improvised Explosive Devices), gemeinhin als Autobomben bekannt, aus. Um derartige Bedrohungen besser quantifizieren zu können, werden bei der WTD 52 derartige Szenarien experimentell untersucht und ausgewertet. Von besonderem Interesse sind dabei der Trümmerwurf sowie die resultierenden Gefährdungsbereiche, um entsprechende Sicherheitsabstände zu potentiellen Detonationsorten bestimmen zu können.

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Sicherheit von Munitionslagerung

Das Bild zeigt ein Aufbewahrungsmodul für Bereitschaftsmunition

Aufbewahrungsmodul für Bereitschaftsmunition (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Die Entwicklung und Zertifizierung baulicher Strukturen zur sicheren Bevorratung von Munition im Einsatz ist risikoorientiert zu analysieren. Aus wirtschaftlichen Gründen wird für diese Betrachtung stets eine Kombination aus Maßstabsversuchen, Realversuchen und numerischer Simulation angestrebt. So können abgesicherte Ergebnisse auch für die komplexen Belastungssituationen der Munitionslagerung – Blast, Trümmer, Splitter und Brand – erzielt werden. Auf diesem Gebiet wird sehr eng mit den verantwortlichen militärischen Stellen zusammengearbeitet.

In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut (EMI) sind Softwaretools zur quantitativen Risikoanalyse sowie zur Planung von Munitionsfelddepots entwickelt worden. Diese werden stetig optimiert und auf künftige Belange adaptiert.

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Simulation von Luftstoßeffekten

Eine Wand mit zwei übereinanderliegenden Fenstern als Versuchsaufbau eines zweistöckigen Gebäudes in dem röhrenförmigen Gewölbe des Large-Blast-Simulators.

Instrumentierter Versuchsaufbau eines zweistöckigen Gebäudes im LBS (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Wie wirken sich Stoßwellen, zum Beispiel in Folge von Sprengstoffanschlägen, auf Strukturen, Waffensysteme und Einzelkomponenten aus?

Untersuchungen dazu werden in dem europaweit einzigartigen Luftstoßsimulator der WTD 52 durchgeführt. Im sogenannten Large Blast Simulator (LBS) kann mit Hilfe von hochkomprimierter Luft eine Stoßwelle wie bei realen Detonationen erzeugt werden. Dabei umfassen die Simulationsmöglichkeiten das gesamte Spektrum von der Autobombe bis zur Nukleardetonation.

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Numerische Simulation

Die Einschlagsgrafik eines Projektils durch drei Aluminiumplatten.

2D-Damage-Konturplot einer numerischen Simulation (Projektil 7.62 x 54 mm VM gegen ALU1050-Platten) (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Die WTD 52 hat bereits Mitte der 1990er Jahre spezielle Soft- und Hardware eingeführt, mit der auf numerischem Wege die Wirkung von Waffen und die Reaktion von zu schützenden Strukturen berechnet werden kann.

Heute verfügen die Experten der WTD 52 über mehrere Hochleistungscluster. Damit können komplexe Modelle mit mehreren Prozessoren gleichzeitig (parallel) und damit schneller berechnet werden.

Schnitt durch drei Aluminiumplatten nach dem Beschuss: das Projektil steckt noch in der dritten Platte.

Schnittbild durch 3 x 20 mm Aluminiumplatten nach Versuchsdurchführung (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Simulation umfasst die fachtechnische Bewertung und Beratung im Bereich der numerischen Simulation von Waffenwirkung und Nichtletaler Wirkmittel, Durchführung von kurzzeitdynamischen Simulationen und die Modellierung komplexer Strukturen. Basierend auf diesen Ergebnissen können Realversuche reduziert und damit wehrtechnische Untersuchungen wesentlich kosteneffizienter durchgeführt werden.

Die WTD 52 hat sich im Bereich der Numerischen Simulation als führender Dienstleister im Geschäftsbereich des BAAINBw etabliert.

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Physikalische Detektion von Improvised Explosive Devices (IED)

Der braune plattenförmige Dualsensor hängt an einem fahrbaren Gestell.

F&T-Dualsensor konstruiert von der Firma Rheinmetall AG. Der Sensor besteht aus zwei Einheiten: Metalldetektor und Bodenpenetrationsradar (Quelle: Bundeswehr /WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Von feindlichen Kräften aus provisorischen Mitteln hergestellte Sprengfallen, sogenannte Improvised Explosive Devices (IED), sind in den Einsatzländern der Bundeswehr eine erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Soldatinnen und Soldaten und werden dies mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch künftig sein.

In der asymmetrischen Kriegsführung kann mit dem Einsatz einfach herzustellender IED dem Gegner maximaler Schaden zugefügt werden. Um dem entgegenzuwirken, ergreift die Bundeswehr verschiedene Gegenmaßnahmen, die mit dem Begriff „Counter“-IED oder kurz C-IED bezeichnet werden.

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Nichtletale Wirkmittel (NLW)

Diagramm der verschiedenen Technologien Nichtletaler Wirkmittel

Verschiedene NLW-Technologien (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Die Nichtletalen Wirkmittel schließen die Fähigkeitslücke zwischen dem Verzicht des Waffeneinsatzes der Soldatinnen und Soldaten (Show of Force) im Rahmen der Diplomatie und letalem Waffeneinsatz. Sie haben sowohl national als auch international erheblich an Bedeutung gewonnen.

Hauptaufgabe der NLW ist es, im Sinne der Erhaltung der Handlungsfreiheit der eigenen Truppe, Einzelpersonen und/oder Menschenmengen so zu beeinflussen, dass die Durchführung des eigenen Auftrages gewährleistet bleibt, ohne die Menschen bleibend zu schädigen oder zu töten.

Rückentragbarer Impulswasserwerfer

Rückentragbarer Impulswasserwerfer (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Je nach Eskalationsgrad können unterschiedliche NLW zur Anwendung kommen. Dazu untersucht die WTD 52 alle physikalisch-technischen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen (von der Mechanik über die Akustik bis hin zu energetischen NLW).

Neue Technologien werden im Rahmen von wehrtechnischer Forschung und Technologie betrachtet und weiterentwickelt.

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Indirekter Schutz

Der Schützenpanzer PUMA auf einer Drehplattform inmitten einer Wiese.

Der Schützenpanzer PUMA auf der Drehplattform der WTD 52 zur Signaturanalyse (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Gemeinsam mit den Streitkräften verbündeter und befreundeter Nationen leistet die Bundeswehr einen wichtigen Beitrag zu den weltweiten NATO-Missionen, aus denen neue Forderungen an Schutztechnologien resultieren. Die WTD 52 ist für die neuen, künftigen Herausforderungen des Indirekten Schutzes, zu denen Tarn- und Täuschtechnologien, Signaturmanagement und Stealth-Technologien gehören, bestens gerüstet.

Ein Panzer mit Wintertarnkit neben einem mit Wintertarnung versehenen Unterstand in einer Schneelandschaft.

Erprobung eines Wintertarnkits mit Hilfe eine Technologieträgers (Quelle: Bundeswehr / WTD 52)Größere Abbildung anzeigen

Mit Hilfe der vorhandenen Ressourcen werden Signaturen über den gesamten Spektralbereich von Radarsensoren bis hin zum UV-Bereich analysiert, um ein effizientes Signaturmanagement für Fahrzeuge und Geräte der Bundeswehr zu realisieren. In Laboratorien, im Freifeld wie auch im Rahmen nationaler und internationaler Messkampagnen entstehen Produkte, wie Fleckentarnpläne, Multispektrale Modulare Tarnsätze (MMT), Modelle oder ganzheitliche Signaturanpassungskonzepte zur Erhöhung der Überlebensfähigkeit im weltweiten Einsatz.

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Stand vom: 27.11.14


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