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Projektbüro der DtVStRü USA/Kanada beim Rolling Airframe Missile Project Office in Arlington, Virginia

Das Rolling Airframe Missile Program Office (RAMPO) in Arlington, Virginia wird seit über 30 Jahren als gemeinsames amerikanisch-deutsches Büro zusammen von einem amerikanischen Marineoffizier, einem U.S. Navy Captain, als Programmmanager und seinem deutschen Stellvertreter geführt. Der deutsche Stellvertreter arbeitet eng mit dem nationalen Projektmanager in Deutschland zusammen und ist RAM Bevollmächtigter für das Waffensystem in den USA. RAMPO ist verantwortlich für die Durchführung aller Aktivitäten im Zusammenhang mit der Entwicklung, Produktion und Beschaffung des Lenkflugkörper-Waffensystems Rolling Airframe Missile (RAM).

RAM ist ein schiffsgestütztes, schnell reagierendes „Fire and Forget“ Selbstverteidigungssystem im Nächstbereich zur Abwehr von Seezielflugkörpern, Hubschraubern, Flugzeugen und kleinen Seezielen. Es besteht aus dem dreh- und höhenrichtbaren Startgerät mit 21 Zellen zur Aufnahme der hochpräzisen RAM-Flugkörper. Nach der Zielerfassung und Zuweisung durch das Führungswaffeneinsatzsystem des angegriffenen Schiffes, basierend auf Zieldaten der bordeigenen Sensorik, erfolgt der gesamte Bekämpfungsablauf halb- oder vollautomatisch. D. h., es werden keine weiteren Sensor-, Feuerleit- oder Rechenkapazitäten des schießenden Schiffes gebunden.

RAM Block 0 wurde ausschließlich für die Abwehr von Anti-Schiff(marsch)flugkörper konzipiert. Nach dem Start des Block 0 Flugkörpers ist für die erste Zielauffassung in jedem Fall ein radarabstrahlendes Ziel erforderlich bevor flugkörperintern auf die präzisere Infrarot-Endphasenlenkung umgeschaltet wird.

Zur Nutzwertverbesserung und erweiterten Zielbekämpfung wurde für Block 1 ein Infrarot-Upgrade mit abbildendem, scannenden Detektor und intelligenter Signalverarbeitung implementiert, der sogenannte „Air Mode“. Diese Modifikation erlaubt auch die autonome Infrarot-Zielauffassung und -Verfolgung über den gesamten Bekämpfungsablauf. Das HAS-Upgrade (Helicopter, Aircraft, Surface) im Block 1A Flugkörper befähigt allein auf Grundlage verbesserter Software-Algorithmen die zusätzliche Bekämpfung von Helikoptern, Flugzeugen und kleinen Seezielen.

Das Waffensystem ist in der Flugkörperkonfiguration Block 0 und Block 1 bei der deutschen und amerikanischen Marine eingeführt und befindet sich nach über 3.600 ausgelieferten Flugkörpern weiterhin in der Produktion. Exportiert wurde es bis dato in die Länder Griechenland, Südkorea, Ägypten, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und Japan, weitere Staaten bekunden ihr Kaufinteresse.

Der Lenkflugkörper RAM Block 2.

RAM Block 2 (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die Entwicklung einer Kampfwertsteigerung auf RAM Block 2 fand im Zeitraum von 2007 bis 2012 statt. Sie beinhaltet sowohl eine kinematische Steigerung der Manövrierfähigkeit gegen besonders fortgeschrittene Seezielflugkörper, als auch den Einbau eines modernen passiven Radarempfängers inklusive Signalverarbeitung zur hochpräzisen Auswertung von Zieldaten. Diese Leistungsmerkmale sichern die hervorragende Schutzwirkung gegen aktuelle und zukünftige konventionelle und asymmetrische Bedrohungen. Sie gewährleisten insbesondere auch den Schutz gegen im Endanflug manövrierende Hyperschall-Seezielflugkörper und Bedrohungen mit äußerst geringen Signaturen.

Der Beschaffungsvertrag über 445 RAM Block 2 für die Deutsche Marine wurde am 28.03.2013 mit der RAM-System GmbH geschlossen. Die Flugkörper werden zwischen 2016 bis 2019 ausgeliefert und ersetzen ältere Block 0 Flugkörper, die nach über 20 Jahren ihr Nutzungsende erreicht haben.

Einen wichtigen Beitrag zum technischen, administrativen und wirtschaftlichen Erfolg des Kooperationsprogramms bildet die Tatsache der gleichberechtigten fünfzigprozentigen Beteiligung beider Länder sowohl auf amtsseitiger, als auch auf industrieller Ebene. So werden alle gemeinsamen Aktivitäten wie z. B. Entwicklungen, Tests oder Modernisierungen paritätisch finanziert und im Fall der Beschaffung auch in gleichen Arbeitsanteilen von den Firmen Raytheon und RAMSYS gefertigt. Darüber hinaus gewährleistet das bilateral beschlossene „Single Source-Prinzip“ (Baugruppenfertigung an nur einer Produktionsstelle) wirtschaftliche Produktionskosten sowie die Vermeidung industrieller Überkapazitäten.

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Stand vom: 12.01.15


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