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SAR - Lupe

Satelliten als Träger von optischen oder Radarsensoren können – anders als Flugzeuge oder Drohnen – jederzeit ohne Verletzung von Hoheitsrechten aufklären. Sie sind damit besonders geeignet, ohne eskalierende Wirkung Informationen zur Krisenfrüherkennung, Krisenvorsorge und zum wirksamen Krisenmanagement zu gewinnen. Dabei haben Radar- gegenüber optischen Satelliten den Vorteil, dass sie unabhängig von Tageszeit und Wetter aufklären können.

Die Grafik zeigt das Satellitenkonzept bestehend aus fünf identischen Satelliten auf drei Umlaufbahnen

Satellitenkonzept bestehend aus fünf identischen Satelliten auf drei Umlaufbahnen (Quelle: OHB-System AG)Größere Abbildung anzeigen

Das Konzept von SAR-Lupe (Synthetic Aperture Radar) basiert auf fünf identischen Radarsatelliten, die die Erde auf drei versetzten polaren Umlaufbahnen in ca. 500 km Höhe umkreisen. Auf Grund der physikalischen Wirkungsweise eines SAR-Radars ist jeder der fünf Satelliten in der Lage, in einer Schrägsicht auf die Erde links und rechts seiner Flugbahn – allerdings nicht gleichzeitig – Einzel- oder Streifenbilder der Erdoberfläche aufzunehmen. Die Konstellation der Satelliten untereinander ist so gewählt, dass die Einsehbereiche der fünf Satelliten lückenlos aneinander schließen.

Am Boden befindet sich ein Satelliten- und Nutzerbodensegment. Das Satellitenbodensegment umfasst Satellitenkontrolle, Datenempfang und Bildaufbereitung, das Nutzerbodensegment enthält Auftragssteuerung und -kontrolle, Bildauswertung und Archivierung.
Im Zeitraum von Dezember 2006 bis Juli 2008 wurden die Satelliten mit COSMOS-3M-Raketen vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk in ihre Umlaufbahnen gestartet.

Das System ist seit dem 25. September 2008 im operationellen Vollbetrieb.

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Systemverbund SAR-Lupe/HELIOS II

Deutschland und Frankreich haben ihre raumgestützten Aufklärungssyteme SAR-Lupe (deutsches Radarsatellitensytem) und Helios II (französisches optisches Satellitensystem) in den „Systemverbund SAR-Lupe / Helios II“ eingebracht. Damit hat - jeweils im Rahmen gegenseitig vereinbarter Nutzungsrechte - Deutschland Zugriff auf französische optische Bilder und Frankreich Zugriff auf deutsche Radarbilder.

Die Anfänge dieses Verbundes reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Damals hatten die Verteidigungsminister von Frankreich und Deutschland einen ersten Vertrag über die Durchführung koordinierter Studien als Grundlage für den Aufklärungsverbund unterzeichnet. Die Realisierung der SAR-Lupe-Anpassung und eines SAR-Lupe-Bodensegments für Frankreich erfolgte dann ab 2006 durch Firma OHB-System AG in Bremen.

Parallel erfolgte die Beschaffung eines Bodensegments für den Empfang und die Bearbeitung von Helios-Bildern für Deutschland durch die französische Beschaffungsorganisation.
Die Arbeiten für die Herstellung des Systemverbundes wurden Mitte 2010 abgeschlossen, so dass er der operationellen Nutzung übergeben werden konnte.
Der Systemverbund endet, sobald die Satelliten nicht mehr funktionsfähig sind. Allerdings arbeiten beide Nationen an jeweiligen Nachfolgesystemen.

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Stand vom: 27.11.14


http://www.baainbw.de/portal/poc/baain?uri=ci%3Abw.baain.projekt.einzelp.sarlupe