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Das gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug (GTK) BOXER

Im Referat K5.3 – Waffenträger/Transportpanzer Rad - des BAAINBw wird das Projekt "Gepanzertes Transport-Kraftfahrzeug (GTK) BOXER" bearbeitet. Der Name BOXER beschreibt dabei eine Fahrzeugfamilie, die von der Bundeswehr derzeit in vier unterschiedlichen Varianten genutzt wird:

  • Schweres geschütztes Sanitätsfahrzeug
  • Gruppentransportfahrzeug
  • Führungsfahrzeug
  • Fahrschulfahrzeug
Einfahrt eines GTK BOXER in den Laderaum eines Antonov-Transportflugzeugs.
Verladung GTK BOXER (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Die ersten Forschungsarbeiten für ein neues gepanzertes Transport-Kraftfahrzeug begannen bereits 1981 mit einer Realisierungsstudie. Es folgten erste Konstruktionsarbeiten in enger Zusammenarbeit mit der Wehrtechnischen Dienststelle 41 in Trier für ein 8x8 Experimentalfahrzeug. Parallel zu den nationalen Arbeiten wurde 1993 gemeinsam mit Frankreich und 1996 mit Großbritannien eine Übereinkunft zur Zusammenarbeit auf dem Radfahrzeugsektor beschlossen. Diese beinhaltete die komplexe Realisierung gemeinsamer militärischer Forderungen zum einen für das französische „Véhicule Blindé Modulaire (VBM)“, das britische „Multi Role Armoured Vehicle (MRAV)“ und für das deutsche „Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug (GTK)“.

Auf Seiten der Industrie gründete sich ein Konsortium aus Krauss-Maffei Wegmann, Rheinmetall und GK Defence (später ALVIS Vickers), das unter dem Firmennamen ARTEC firmierte und seinen Sitz in München hat.

Ab September 2000 bedienten sich die Auftraggeber Nationen der „Organisation Conjointe de Coopération en Matière d'Armement (OCCAR)“ mit Sitz in Bonn um die internationale Zusammenarbeit zu koordinieren. Die Umsetzung der bedarfsgerechten Ausstattung gemäß den Forderungen der Bundeswehr oblag auch weiterhin dem damaligen Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB). Auch heute zeichnet das BAAINBw für das nationale Projektmanagement bei Fortentwicklungen, Produktverbesserungen, der Umsetzung nationaler Forderungen sowie der Beschaffung verantwortlich.

GTK BOXER in Wüstentarnfarbe.
GTK BOXER Gruppentransportfahrzeug im Einsatzland in Wüstentarnfarbe. Es bietet Platz für bis zu 10 Soldaten ausgerüstet mit „Infanterist der Zukunft“. Es ist ausgestattet mit einer Fernbedienbaren Leichten Waffenstation (FLW) 200, wahlweise mit schwerem Maschinengewehr oder Granatmaschinenwaffe. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Mit dem Austritt Frankreichs und Großbritanniens sowie dem zwischenzeitlichen Einstieg der Niederlande bleibt das Projekt international. Der Abschluss des Serienbeschaffungsvertrages 2006 mit Auslieferung der ersten Fahrzeuge 2009 bildet den Meilenstein einer intensiven Entwicklungsphase. Letzte Optimierungen sind nach Einsatzprüfungen an den Truppenschulen Hammelburg, Munster und Feldkirchen sowie in Australien vorgenommen worden.

Das Fahrzeug GTK BOXER ersetzt in der Bundeswehr Fahrzeuge wie den Mannschaftstransportwagen M113 und in Teilen den Transportpanzer (TPz) FUCHS. Das GTK BOXER stellt eine neue Fahrzeuggeneration mit erheblich verbesserten Leistungsdaten dar. Herausragendes Merkmal ist die modulare Bauweise. Es besteht aus einem allradgetriebenen 8x8 Fahrmodul und einem bedarfs- und einsatzgerechten Missionsmodul, was eine effektive und einsatzspezifische Modularität zulässt.

Im Einzelnen liegen dem Konzept folgende Kernmerkmale zu Grunde:

  • Das GTK BOXER weist eine ausgewogenes Schutzkonzept aus, das sich in den Teilbereichen ballistischer Schutz, Minenschutz, ABC–Schutz, Signaturreduzierung, Restmobilität nach Beschuss und Fähigkeit zur Selbstverteidigung erkennen lässt, was eine hohe Durchhalte- und Überlebensfähigkeit garantiert.
  • Das Fahrzeug weist eine hohe operationelle und taktische Beweglichkeit und Reichweite auf, die strategische Luftverlegbarkeit mit dem Transportflugzeug A400M ist gegeben.
  • Es besitzt eine hohe Nutzlast und ein hohes Nutzvolumen für die verschiedensten Einsatzzwecke.
  • Aufwuchspotential für Modifikationen und Weiterentwicklungen ist in angemessenem Umfang vorhanden.
GTK BOXER als Führungsfahrzeug.
Das GTK BOXER Führungsfahrzeug erhält eine Geräteausstattung aus dem Führungsinformationssystem des Heeres. Es ist ebenso mit einer FLW 200 und dem schweren Maschinengewehr ausgestatet. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Das modulare Fahrzeugkonzept ermöglicht den Aufbau einer Fahrzeugfamilie, deren Basis ein für die deutsche und die niederländische Seite einheitliches Fahrmodul ist. Das Fahrmodul beinhaltet den Fahrerplatz, Triebwerk, den kompletten Antriebsstrang sowie die Raumkühlanlage, die Feuerlöschanlage für den Motorraum und die Schnittstellen zum Missionsmodul. Das länderspezifische Missionsmodul, welches auf alle Fahrmodule adaptierbar ist, legt die Rolle des Fahrzeugs und den Einsatzzweck fest. Es beinhaltet neben einem Gehäuse die Schnittstelle zum Fahrmodul und die missionsgerechte Ausstattung als Gruppentransportfahrzeug, als Führungsfahrzeug, als Fahrschulfahrzeug oder als Sanitätsfahrzeug. Für die niederländischen Fahrzeuge gilt entsprechendes.

Das GTK BOXER ist seit August 2011 in Afghanistan im Einsatz und erfreut sich bei den Soldaten aufgrund seiner vielen positiven Eigenschaften in Bezug auf Mobilität, Schutz, Bewaffnung und Robustheit größter Beliebtheit. Dies wird in dem Bericht des Wehrbeauftragten vom Januar 2013 unterstrichen.
Das Referat K5.3 hat die Aufgabe, die nationalen Erfordernisse gegenüber der OCCAR zu vertreten. Dem nationalen Programmmanagement obliegen dabei Aufgaben im fach- und erprobungstechnischen, logistischen, haushalterischen und vertragstechnischen Bereich.

Durch die Neustrukturierung der gesamten Bundeswehr und der Zusammenführung von Beschaffung und Nutzung unter einem Dach, ist das Referat K5.3 nicht nur für die Entwicklung und Beschaffung des Boxer zuständig, sondern auch für die Nutzungsphase. Somit bestehen auch enge Verknüpfungen mit dem Kommando Heer, dem Einsatzführungskommando sowie den Einsatzverbänden in Afghanistan und der Einsatzvorbereitenden Ausbildung.

Fazit: Schutz - Mobilität - Waffenwirkung - GTK BOXER
 


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Stand vom: 26.09.18


http://www.baainbw.de/portal/poc/baain?uri=ci%3Abw.baain.projekt.einzelp.gtk