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Letzter UH Tiger durch BAAINBw abgenommen

Das Foto zeigt einen am Boden stehenden Kampfhubschrauber von vorn
Der letzte von 68 UH Tiger für die Bundeswehr (Quelle: Bundeswehr/Frank Künkler)Größere Abbildung anzeigen

In einer Feierstunde mit mehreren hundert Gästen aus Industrie, Politik und Bundeswehr hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) am 25. Juli 2018 bei der Firma Airbus Helicopters Deutschland GmbH in Donauwörth den letzten von insgesamt 68 Unterstützungshubschraubern (UH) des Typs Tiger für die Bundeswehr von der Industrie abgenommen.

Multinationales Projekt mit vielen Aufgaben

Der UH Tiger ist ein multinationales Rüstungsprojekt der Nationen Frankreich, Spanien und Deutschland und dient nicht nur der Bekämpfung von Kampfpanzern sondern stellt auch die Unterstützung von luftbeweglichen Operationen und Bodentruppen, den Begleitschutz, den Konvoischutz, die bewaffnete Aufklärung sowie die Bekämpfung von Hochwertzielen sicher.

13 Jahre Flugbetrieb

Zwischen der Lieferung des ersten Tigers im Jahr 2005 und der Abnahme des nunmehr letzten von 68 Hubschraubern dieses Typs für die Bundeswehr liegen 13 Jahre, in denen sich die Anforderungen an das Fluggerät - nicht zuletzt auch durch die Teilnahme an Einsätzen in Afghanistan und Mali - immer wieder geändert haben.

Um das gemeinsame Projekt effektiv umsetzen zu können, hatten die Partnerstaaten seinerzeit die europäische Organisation für Rüstungskooperation (Organisation Conjoint de Coopération en matière d´Armament - OCCAR) mit den umfangreichen Managementaufgaben beauftragt. Die Projektleitung auf deutscher Ämterseite wird durch das Referat L4.3 im BAAINBw wahrgenommen.

Güteprüfung: das A und O für die Sicherheit

Das Foto zeigt zwei Herren an einem Stehpult, von denen einer dabei ist, ein Dokument zu unterschreiben
TROAR Krafzyk beim Unterzeichnen der Konformitätserklärung (Quelle: Bundeswehr/Frank Künkler)Größere Abbildung anzeigen

Eine überaus wichtige Rolle kam in all den Jahren der Güteprüfstelle der Bundeswehr in Donauwörth zu. Als Teil der heutigen Abteilung „Zentrum für technisches Qualitätsmanagement - ZtQ“ im BAAINBw führte sie über die gesamte Entwicklungszeit des Tigers hinweg immer wieder umfangreiche Prüfungen durch. Diese dienten nicht nur dazu, die Vertragskonformität der Produktion und die Einsatzfähigkeit des Hubschraubers zu prüfen und zu bestätigen, sondern in erster Linie, die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten in und mit ihrem Fluggerät zu gewährleisten.

Die am 25. Juli 2018 durch den Technischen Regierungsoberamtsrat Rene Krafzyk vom Referat ZtQ4.2 geleistete Unterschrift auf der Konformitätserklärung beendet nun die sogenannte Realisierungsphase im Projekt und bestätigt, dass auch der letzte Tiger alle von der Bundeswehr geforderten technischen Anforderungen erfüllt.

Gute Zusammenarbeit in allen Bereichen

Roland Witzisk (Vertreter der OCCAR) nahm daher auch lobend Bezug auf die von Beginn an erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer im Projekt und unterstrich, dass sich alle Beteiligten mit Engagement auch den Herausforderungen der Zukunft stellen würden.

Wichtig für das Heer und VJTF 2023

Der Kommandeur des internationalen Hubschrauberausbildungszentrums und General der Heeresfliegertruppe, Oberst Ulrich Ott, zeichnete in seinen Ausführungen einen Rückblick auf 17 zurückliegende Jahre, in denen er mit dem Projekt Tiger verbunden war. Dabei hob er besonders die hervorragenden Flugeigenschaften des Tigers hervor: „Er ist einfach klasse zu fliegen!“ Der Tiger sei enorm wichtig für das Deutsche Heer und habe sich im Einsatz in Afghanistan und Mali schon bewährt, formulierte er weiter. Abschließend wies Ott dann eindringlich auf die Bedeutung des Hubschraubers für die „Very High Readiness Joint Task Force - VJTF“ 2023 hin.

Ein guter Tag

Das Foto zeigt einen Mann auf einer Bühne, der eine Rede hält
Projektleiter Michael Kohlhaas sieht den Tag auch als Ansporn (Quelle: Bundeswehr/Frank Künkler)Größere Abbildung anzeigen

„Für mich ist der heutige Tag ein guter Tag!“, so der Leiter des Referates L4.3 und Projektleiter für den UH Tiger im BAAINBw, Leitender Technischer Regierungsdirektor Michael Kohlhaas. Mit Blick auf die Zukunft ergänzte er: „Und dieser Tag ist für uns nicht der Schlusspunkt. Er ist Ansporn, mit viel Energie die erforderlichen Anpassungen in der Nutzungsphase des Tigers anzugehen.“

Zum Beispiel erhalten über 30 UH Tiger, die nach jahrelangem Einsatz nicht mehr auf dem „aktuellen Stand“ der Technik sind, einsatzbezogene Upgrades in ihrer Hard- und Software, um für die kommenden Aufgaben gewappnet zu sein.

Das Highlight zum Schluss

In besonderer Erinnerung wird jedem Gast der Veranstaltung die kurze „Air-Show“ bleiben. Was der Pilot des Tigers bei strahlendem Sonnenschein am blau-weißen Himmel zeigte, ließ den Atem stocken. Mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit demonstrierte die Raubkatze bei Schrauben und Loopings, in Rückenlage und Sturzflug eindrucksvoll ihre Leistungsfähigkeit.

In Kürze wird dieser Hubschrauber an das Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar übergeben und seine außerordentlichen Fähigkeiten in den Dienst des Deutschen Heeres stellen.

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Stand vom: 02.08.18 | Autor: PIZ AIN / Künkler


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